Drohnen: was gibt es zu beachten?

Als Neuling unter den Drohnenfliegern musste ich mich einer riesigen Ladung von Regeln und Gesetzen konfrontiert sehen. Ich habe mir einen Yuneec Typhoon Q500 4K Quadrokopter geleistet, der sich nicht mehr in der Kategorie Spielzeug platzieren lässt. Also Akkus laden und auf geht’s? Nicht so schnell. Vor dem ersten Flug muss man sich mit einigen Dingen vertraut machen, die den fixen Flug draußen auf der Wiese eintrübt.

Haftpflichtversicherung

Ich habe mich entgegen der üblichen Empfehlung eine Versicherung bei einem Flugverein wie dem DMFV oder DFN zu nehmen über die Haftpflichtkasse Darmstadt versichern lassen. Während die Versicherung der DMFV mit ca. 45€ recht günstig ist, muss man Mitglied im Verband sein. Andere Versicherungen sind mit knapp 100€ pro Jahr gleich doppelt so teuer. Die Haftpflichtkasse Darmstadt ist allerdings eine komplette Privathaftpflicht und versichert Drohnen quasi kostenlos mit. Dabei muss es sich allerdings um Flugmodelle handeln, also elektrisch betriebene Flugobjekte bis maximal 5kg.

Flugverbotszonen

Damit der Spaß des Fliegens nicht bitterer Ernst und zur Gefahr anderer wird, gibt es einige Regeln, wo man fliegen darf und wo nicht. Für den Luftraum ist üblicherweise die Deutsche Flugsicherung (DFS) zuständig. Eine Flugverbotszone (No Fly Zone, NFZ) ist eine Region, wo das Fliegen von Flugobjekten ohne vorherige Genehmigung verboten ist.

So schreibt die DFS (UAS-Infoblatt) folgende Regeln für Flugmodelle vor (unbemannte Flugsysteme lasse ich außen vor):

  • Flug auf direkte Sicht, d.h. man muss die Drohne mit bloßem Auge erkennen können. Ferngläser oder andere Hilfsmittel sind nicht erlaubt.
  • Innerhalb eines Umkreises von 1,5km um einen Flughafen oder Hubschrauberlandeplatz gilt ein absolutes Flugverbot. Der Abstand gilt ab Flughafenzaun!
  • In den Kontrollzonen des DFS darf ab 1,5km Abstand bis maximal 30m aufgestiegen werden.
  • Über Menschenansammlungen, Kraftwerken, Stromtrassen etc. darf ebenfalls nicht geflogen werden.

Die örtlichen Behörden können allerdings je nach Gefahrenlage und Schutzbedarf Gebiete zeitweise oder dauerhaft sperren. Die sächsischen Behörden bieten hierfür zum Beispiel Google Earth Kartenmaterialen mit Flugverbotszonen an: Unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle: Wo liegen die Schutz- und Kontrollzonen um Flugplätze?

Solche Karten findet man auch auf folgenden Seiten:

http://www.skyfool.de/

http://maps.openaip.net/

Ausgewiesene Naturschutzgebiete sind ebenfalls tabu. Eine Karte dazu findet man hier:

http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete/

Softwaregestützte NFZs genau prüfen

Die Drohnenhersteller versuchen ihren Kunden die Einhaltung der Flugverbotszonen durch softwaregestützte NFZs zu erleichtern, in dem durch die aktuelle GPS-Position der Drohne vorher definierte Verbotszonen abgeglichen werden. Sobald sich die Drohne in einer NFZ befindet, verweigert diese den Start oder dringt während des Fluges in diese Zone ein.

Allerdings stimmen diese NFZs leider nicht mit den geltenden Gesetzen überein. Yuneec unterdrückt den Flug seiner Drohnen in einem Umkreis von 6,5km um internationale Flughäfen. Nationale Flughäfen scheinen nicht geschützt zu werden. Die Kontrollzonen des DFS werden ebenfalls ignoriert wie Hubschrauberlandeplätze. Bei DJI sind es sogar nur 1,5km um Flughäfen, wobei dies als Radius um den Flughafenmittelpunkt gilt, was bei sehr großen Flughäfen dazu führt, dass man in den Bereich des absoluten Flugverbots eindringen könnte.

Daher sollte man vor dem Flug auf jeden Fall die offiziellen Seiten prüfen, wo tatsächlich geflogen werden darf und ein großzügiger Abstand eingehalten werden, so dass ein Eindringen in einen geschützten Bereich nicht vorkommen kann.

Rücksichtsvoll fliegen

Es gibt Piloten, die sich gern über die Regeln des Fliegens hinwegsetzen und damit andere gefährden können. Ich vertrete die Ansicht, dass mit gegenseitiger Rücksichtnahme viele Probleme vermieden werden können. Wenn sich andere nicht gestört fühlen, können wir auch ungestört fliegen.