Manchmal sollte die Frage nicht sein „Was kann ich mir leisten?“ sondern „Was will ich mir leisten?“. Denn in Zeiten von Niedrigzinsen und maroden Banken ist das Interesse einer Bank groß, das finanzielle Potential so gut es geht auszuschöpfen. Was das bedeutet, haben wir sehr deutlich bei unserer Hausbank erfahren.

Zunächst sei gesagt, dass wir momentan sehr sparsam leben. Wir haben kein Auto, fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit und leben auch sonst nicht auf großem Fuß. Wir haben ein durchschnittliches Gehalt und gehen beide arbeiten. Für eine Bank ist das gefundenes Fressen.

Wichtig für uns waren folgende Rahmenbedingungen:

  • kurze Laufzeit, maximal 20 Jahre, denn wir wollen vom Haus noch was haben, bevor wir zu alt dafür sind
  • Sondertilgungsmöglichkeiten, um noch schneller aus der Schuldenlast zu kommen
  • keine Bausparverträge, da wir beide bereits schlechte Erfahrungen damit gemacht haben
  • nicht zu hohe Raten, da wir nicht nur für das Haus arbeiten gehen wollen

30/3/3 Regel bei der Rate, Tilgung und Nebenkostenrechnung

Die häufigsten Empfehlungen, die wir gefunden haben sind:

  • 30% des monatlichen Nettoeinkommens für die Darlehensrate bei
  • 3% jährliche Tilgung
  • 3€ je m² für Nebenkosten wie Strom, Heizung, Wasser und „Hausgeld“

Uns haben diese einfachen Kenngrößen sehr geholfen, unseren finanziellen Rahmen zu finden. Denn 30% der Rate machen bei etwa 4000€ monatlich bereits 1200€ aus. 3% anfängliche Tilgung sollten drin sein, wenn man noch vor der Rente fertig werden möchte. So sollte man bei den aktuellen Niedrigzinsen noch unter 30 Jahren herauskommen. Die 3€ je Quadratmeter beinhalten alle Nebenkosten, die beim Haus anfallen und zur monatlichen Rate dazu kommen. Das Hausgeld wird häufig mit 1€ je m² angenommen und soll eine Rücklage bilden, wenn man nach einigen Jahren die ersten Reparaturen durchführen muss. Diverse Versicherungen wie Gebäudeversicherung, Hausratversicherung, etc. schlagen ebenfalls zu Buche. So kommt man auf etwa 1500€ monatlich.

Wir haben so ein maximalen Darlehensbetrag von ca. 300.000€ festhalten können. Viele Banken setzen allerdings eine Eigenkapitalquote von etwa 20% voraus, was etwa 100.000€ entsprechen würde. Eine Immobilie dürfte also maximal 400.000€ kosten. Dass viele der Immobilien, die momentan verkauft werden so schon wieder herausfallen, sollte eigentlich jedem klar machen, wie absurd hoch die Preise derzeit sind.

Wohlfühlbudget

400.000€ sind uns allerdings viel zu viel, zumal dies bedeuten würde, dass wir tatsächlich erst kurz vor der Rente mit der Abbezahlung des Darlehens fertig wären. Somit haben wir unsere Wohlfühlgrenze bei vergleichsweise niedrigen 250.000€ angesetzt. Wir werden sehen, was wir erreichen können.

Learnings:

  • Am Ende entscheidet doch das Bauchgefühl, was man sich leisten will

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