Wir haben zwei Beratungstermine direkt bei zwei Banken durchgeführt: PSD Nürnberg und bei unserer Hausbank und außerdem bei zwei Beratungshäusern: Dr. Klein und Interhyp. Begonnen haben wir bei der PSD-Bank, die ich bereits als kundenorientierte Beraterbank kennengelernt habe und ich wurde nicht enttäuscht: Die Beratung war kompetent, unsere Wünsche wurden berücksichtigt und Fragen kurz und präzise beantwortet. Es wurden zunächst die monatlichen Einnahmen und Ausgaben aufgeschlüsselt. Dem wurde ein fiktiver Finanzierungswert gegenüber gestellt und geschaut, welche monatliche Rate herauskommt und auf unsere Reaktion gewartet. Werden wir schnappatmig, wird der Rahmen reduziert. Sind wir entspannt, werden die Schrauben angezogen. Das Gute bei der PSD: das Angebot, was uns vorgelegt wurde, versuchte alle Aspekte zu treffen und dort, wo es nicht eingehalten werden konnte, wurde begründet, was wir tun müssten, um den Wert zu verbessern.
Fazit PSD Nürnberg: super!

Bei unserer Hausbank sind wir bereits mit sehr geringen Erwartungen aufgekreuzt. Uns war nicht bewusst, dass selbst diese unterboten werden konnten. Wir haben die gleichen Fragen wie bei der PSD gestellt, um vergleichbare Ergebnisse zu bekommen. Aber das Ergebnis war ein total anderes.

„Ist es okay, wenn Sie in der Rente noch tilgen?“

Unsere Wünsche nach kurzer Laufzeit wurde komplett ignoriert. Stattdessen wurden uns Verträge mit 35 Jahren und sogar mehr vorgeschlagen. Länger hätte bedeutet, dass wir noch in der Rente hätten tilgen müssen. Wir wurden lediglich gefragt, ob das okay für uns wäre. Nein! Auf gar keinen Fall. Die Zinsen unserer Hausbank war jenseits von gut und böse. Ein Bausparvertrag wurde uns schmackhaft gemacht mit „Der erlaubt ihnen langfristig niedrige Zinsen bei nahezu null Risiko“. Was bedeutet denn bitte „nahezu“? Auf die Frage, wie hoch die Bereitstellungszinsen seien wurde beschwichtigend abgewunken: „Das ist alles kein Problem, da können wir was machen, dass Sie die nach hinten verschieben können“. „Wie hoch sind die Zinsen?“. „Da brauchen Sie sich noch keine Sorgen machen, das ist nicht so schlimm“. „WIE HOCH?“. „3% pro Monat“. Wieso versucht man so etwas zu verheimlichen? Welchen Nutzen hat die Bank davon? Sie muss darüber aufklären, sonst ist der Vertrag anfechtbar. Nachdem eigentlich keine unserer Fragen wirklich beantwortet wurde, haben wir um einen Ausdruck der Berechnungsbeispiele gebeten. Auch hier wurde abgewunken: „Die sind noch nicht verbindlich“. Das wissen wir, wir wollen aber vergleichen. „Okay, ich drucke sie aus und lege sie mit in die Beratungsmappe“. Daheim haben wir die Mappe gesichtet. Außer jede Menge Prospektmaterial und dünnem Bankengewäsch, war nichts nutzbares enthalten. Nicht einmal die geforderten Berechnungsbeispiele. Da hat uns leider unsere Hausbank einen Strich durch die Rechnung gemacht. Einen blauen, von links unten nach rechts oben. Fazit Hausbank: Auf gar keinen Fall!

Dr. Klein und Interhyp kann ich vergleichsweise kurz fassen: die Beratung bei beiden Häusern war super. Die Fragen, die wir hatten, wurden umfangreich beantwortet. Die Beratung hörte nicht beim Erstgespräch auf, sondern wurde per E-Mail und Telefon fortgeführt. Die Beratungshäuser erhalten ihre Provision bei Abschluss durch die Bank, so dass für die Beratung keine Kosten für uns entstehen. Und da die Konditionen bei Direktabschluss nicht günstiger sind, gibt es auch keinen Nachteil über eines der Beratungshäuser zu gehen.

Learnings:

  • Niemals ausschließlich auf die Hausbank vertrauen
  • Vergleichsangebote einfordern
  • Kostenrahmen vorher feststecken, was man sich selbst zutrauen will
  • Beratungshäuser für Baunfinanzierung können ein guter Anlaufpunkt sein

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.