ADB-Treiber selbst erstellen

Wenn man für Android entwickelt, ist man zwangsläufig der Situation ausgesetzt, dass man ADB-Treiber für den Debugger im Android Studio installieren muss. Die meisten Hersteller von Android-Devices bieten dafür spezielle Softwarepakete an, die jedoch mit massenhaft unbrauchbarer Zusatzsoftware daher kommen.

Will man jedoch lediglich sein Android-Gerät via ADB verfügbar machen, reicht ein einfacher ADB-Treiber ohne „Schnick-Schnack“ aus.

Hier erfahrt ihr wie man das unter Windows mit wenigen Schritten schafft.

Hardware-IDs ermitteln

Die Hardware-IDs werden benötigt, damit Windows den korrekten Treiber ermitteln kann. Dazu muss das Gerät via USB an den Rechner angeschlossen werden. Die Hardwareerkennung von Windows versucht in der Regel einen Treiber zu finden, was jedoch häufig fehl schlägt. Dennoch wird das Gerät im Gerätemanager gelistet.

Über die Systemsteuerung öffnet man den Gerätemanager oder man gibt über WIN + R den Befehl devmgmt.msc ein, um ihn zu starten. In der Übersicht sollte das Android-Gerät unter „andere Geräte“ als „ADB-Interface“ aufgeführt sein.

Öffnet das Gerät mit Doppelklick und wählt den Reiter Details. Im Dropdownmenü wählt man das Element „Hardware-IDs“ aus. Es sollten hier zwei Elemente zu sehen sein, die wir gleich benötigen.

Google USB-Treiber herunterladen und installieren

Ihr solltet bereits das Android-SDK installiert haben, entweder in Verbindung Android Studio oder separat. Nun könnt ihr über den SDK-Manager die Google USB-Treiber installieren. Eine Anleitung hierfür findet man bei Google direkt: Get the Google USB Driver

Wenn ihr die Anleitung befolgt habt, findet ihr im folgenden Verzeichnis die USB-Treiber.

android_sdk\extras\google\usb_driver\

Treiber ergänzen und installieren

Wechselt in das oben angegebene Verzeichnis und öffnet die Datei android_winusb.inf mit einem Texteditor (z.B. Notepad++). Angenommen eure Hardware-ID lautet "USB\VID_1234&PID_ABCD&MI_01". Also erstellt ihr einen neuen Eintrag unter die Kategorie [Google.NTx86] wie folgt:

;My device
%SingleAdbInterface% = USB_Install, USB\VID_1234&PID_ABCD
%CompositeAdbInterface% = USB_Install, USB\VID_1234&PID_ABCD&MI_01

Kopiert den erstellten Eintrag und fügt ihn ebenfalls unter [Google.NTamd64] ein, so dass beide Architekturen 32 bit und 64 bit unterstützt werden.

Speichert die Datei und kehrt in den Gerätemanager zurück. Wählt dort mit der rechten Maustaste das Gerät aus und wählt „Treibersoftware aktualisieren“. Im Assistenten wählt ihr „Auf dem Computer nach Treibersoftware suchen“ und öffnet den Dateipfad des USB-Treibers von oben. Möglicherweise erscheint eine Warnmeldung, dass der Treiber nicht signiert ist. Diese könnt ihr einfach bestätigen. Der Treiber wird automatisch geladen und das Gerät sollte sofort zur Verfügung stehen.

Fazit

Bisher musste ich mir die Bloatware von Samsung, HTC, Huawei etc. reinziehen, die teilweise mehrere Gigabyte an Platz sinnlos verschwendet haben. Natürlich gibt es bereits alleinstehende ADB-Treiber für die jeweiligen Hersteller. Diese aber zu finden und darauf zu vertrauen, dass nicht doch Bloatware installiert wird, ist mir zu aufwändig. Über diesen Weg hat man recht gut die Kontrolle, welche Geräte man unterstützen möchte.

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