Es könnte nicht schlimmer kommen. Kaum hat man die Kündigung der Wohnung abgeschickt, treffen beunruhigende Hiobs-Botschaften ein, dass sich der gemachte Plan in Luft auflösen könnte. Am 10. August sollte bei uns eigentlich die Heizung in Betrieb genommen werden, so dass der Estrich weiter austrocknen kann. Dazu müssen der Rohbauer, Heizungsbauer und Elektriker Hand in Hand arbeiten. Aber schon am 9. August wurde uns langsam mulmig, dass das irgendwie nicht funktionieren wird.

Eigentlich muss der Rohbauer ein Außenfundament für die Luft-Wasser-Wärmepumpe bauen, worauf dann das Außengerät der Wärmepumpe installiert wird. Der Heizungsbauer baut dann das Innengerät auf und der Elektriker schließt es an. Als am Vortag zum 10. August noch immer kein Fundament da war, waren wir schon verunsichert. Am 10. selbst passierte auch nichts. Schlimmer noch: der Heizungsbauer wollte schließlich von uns wissen, wie denn jetzt der Stand sei und meinte, er soll mit uns noch irgendwas abstimmen. So entnahm er es jedenfalls dem Abrufschein unseres Bauleiters. Allerdings wussten weder wir noch er, was abzustimmen sei.

Es kam, wie es kommen musste: da unser Bauleiter im Urlaub war und die Vertretung nicht in den Ablauf eingreifen wollte, blieb alles stehen und es passierte nichts. Nach mehreren Gesprächen mit dem Vertreter hatte sich herausgestellt, dass sich die Gewerke gegenseitig im Weg standen. Zunächst einmal hat der Fassadenbauer kurz vorm Urlaub des Bauleiters das halbe Wohnzimmer mit Dämmplatten für die Fassade zugestellt. Der Estrich kann an dieser Stelle natürlich nicht abtrocknen. Außerdem war das Fenster vom Wohnzimmer zugestellt, so dass wir nicht mehr lüften konnten. Einzige Möglichkeit zum Lüften bestand darin, die Platten im Haus zu verteilen und zu hoffen, dass der Estrich keinen Schaden von der ungleichmäßigen Austrocknung genommen hat.

Der Grund, wieso die Fassade aber nicht gebaut werden konnte, soll wohl darin bestanden haben, dass der Rohbauer noch diverse Mängel an der Bodenplatte zu beseitigen hatte, die der Fassadenbauer monierte. Der Rohbauer wiederum meinte, dass er diese Mängel allerdings nicht beseitigen kann, da das Gerüst noch stehen würde. Das Gerüst war zu dem Zeitpunkt allerdings schon seit über einem Monat abgebaut. Und da der Rohbauer zunächst die Bodenplatte fertig stellen musste, konnte das Fundament nicht gesetzt werden. Der Rest ist logische Schlussfolge.

Nachdem wir dem Vertreter unseres Bauleiters ordentlich Dampf gemacht haben, wurde uns zumindest bestätigt, dass zum 16. August das Fundament stehen soll und am 18. August die Heizung dann letztlich in Betrieb gehen soll. Dennoch haben wir unseren Unmut bei unserem Bauleiter kund gegeben, weil offensichtlich sehr viele Dinge schlicht nicht sauber kommuniziert worden sind. Auf der einen Seite soll der Bauherr – also wir – bei irgendwelchen Terminabstimmungen einbezogen werden, auf der anderen Seite meldet sich allerdings niemand diesbezüglich oder informiert uns darüber, was abzustimmen sei.

Letztlich wurde die Heizung dann tatsächlich am 18. August aufgebaut und in Betrieb genommen. Was mich allerdings daran stutzig gemacht hat: das Außengerät fehlt. Die Begründung liegt darin, dass wohl beim Aufheizprogramm grundsätzlich mit Heizstab im Innengerät geheizt wird. Wozu dann also die Abhängigkeit zum Fundament des Außengeräts?

Wie dem auch sei: unser Bauleiter hat aufgrund dieses Konflikts mitgeteilt, dass nun alle Folgegewerke pauschal um 2 Wochen verschoben worden sind. Somit ist unser Puffer, den wir nach Abnahme des Hauses eingeplant hatten, bereits komplett aufgebraucht. Für die Boden- und Wandbeläge hatten wir ca. 3 – 3½ Wochen eingeplant, was jetzt sehr knapp wird. Wir sind momentan sehr angespannt, ob wir überhaupt rechtzeitig in unser Haus ziehen können.

Learnings

  • Die Kündigung für Kita und Wohnung abzuschicken war augenscheinlich zu übereilt. Obwohl wir uns noch etwas Puffer gelassen hatten, hätten wir mit weit mehr Zeit planen müssen, um solchen Problemen begegnen zu können.
  • Wir hätten uns nicht auf die Aussage unseres Bauleiters, dass 8 Wochen für die Fertigstellung reichen, verlassen dürfen. Wir sind davon ausgegangen, dass die Erfahrungswerte schon gewisse Risiken mit einkalkuliert.
  • Kommunikation ist nach-wie-vor alles. Die Gewerke scheinen nicht miteinander zu reden oder scheinen sich auf die Rückmeldungen des Bauleiters zu verlassen. Wenn dieser mal nicht da ist, bricht alles zusammen.

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